Start Über Uns Aufnahme Gründe Angebot Nachsorge Lebensbilder Spenden

Lebensbilder


Marlene, 36 Jahre


Marlene ist seit 15 Jahren verheiratet. Aus dieser Ehe gingen sechs gemeinsame Kinder hervor. Tag ein, Tag aus kümmerte sie sich um ihre Kinder, den Haushalt und sonstige Termine, während ihr Mann zu Hause auf der Couch lag. Unterstützung konnte sie von ihm nicht erwarten, stattdessen wurde sie beleidigt, gedemütigt und geschlagen. Sie musste ihn bedienen und versuchte ihm immer alles recht zu machen, um Streit zu vermeiden. Das tat sie auch für die Kinder, denn sie wurden ebenfalls vom Vater geschlagen, erniedrigt und schikaniert. Das Schlimmste an Marlenes Ehe war die Unterdrückung und die starke psychische Belastung. Ständig musste Marlene auf der Hut sein, um bloß kein falsches Wort zu sagen. Eines Tages eskalierte die Situation. Nach heftigen verbalen und körperlichen übergriffen des Mannes, entschied sich Marlene in einer Frauenschutzeinrichtung Sicherheit zu finden. Marlene ist sich nunmehr bewusst, dass sie mit ihren Kindern neu anfangen muss und hat keinen Zweifel daran, dass dies der richtige Schritt war.

„Ich kann das. Ich mache das. Und ich schaffe das!“


Samira, 20 Jahre, mit Migrationshintergrund


Samira hat 4 Geschwister und ist in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Als Kind hatte sie oft Alpträume. Ihre Eltern waren sehr streng und Schläge waren von Beginn an ein Teil der Erziehung. Von ihren Eltern wurde Samira enorm unter Druck gesetzt, da sie zwangsverheiratet werden sollte. Ihre eigenen Bedürfnisse wurden dabei nicht berücksichtigt. Freunde durfte sie ebenfalls nicht haben – widersetzte sie sich, wurde sie bedroht, eingesperrt und geschlagen. Auch von der Beziehung zu ihrem deutschen Freund durften die Eltern nichts erfahren, denn ansonsten würde Samira ihn nie wiedersehen. Die Vorfälle zu Hause verschärften sich und Samira wurde im 'Namen der Ehre der Familie' mit dem Tode bedroht. Ihre Freunde und ihr Partner halfen Samira letztendlich in eine Frauenschutzeinrichtung zu flüchten, in welcher sie die nötige Unterstützung und Ruhe erhielt.

„Ich habe vor allem gemerkt, was es heißt, ein Stück weit frei zu sein“.